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Lauter kleine Mozarts

Ich lebe, so muss es sein, an einem Fleckchen Erde, das besondere Kräfte hat. Haben MUSS. Ich finde nämlich sonst keine andere Erklärung dafür, dass es ausgerechnet in meiner Umgebung so massiv viele Kinder gibt, die überdurchschnittlich begabt sind. Was sage ich, überdurchschnittlich begabt? Die Untertreibung des Jahres! Eigentlich gibt es hier in meiner Umgebung überdurchschnittlich viele überdurchschnittlich höchstest intelligente Kinder!


Ihr glaubt mir nicht? Aber ja, wenn ich es euch doch sage!


Erst vor Kurzem erzählt mir doch eine Großmutter beim Arzt, dass ihr Enkelsohn, der gerade mal 2 (in Worten: zwei!) Jahre alt geworden ist, bis 20 rechnen kann. Nicht zählen. Rechnen! Also in dem Fall addieren. Und nicht nur +1. Neeein, der kann alles rechnen. 5+13, 7+9, 2+11…bis eben 20.

Als nächstes, so hat sie mir erklärt, fangen sie mit dem Subtrahieren an.


Die Tochter einer Bekannten wiederum konnte mit gerade mal 4 Jahren schon alle Buchstaben und daher ihre Bücher selbst lesen. Da braucht es keine Mama und Papa mehr zum „Gute-Nacht-Geschichten-Vorlesen“. Die macht sich alles selbst!


Es scheint auch so, als ob die meisten Babies in meiner Umgebung bereits mit 7 Monaten selbst laufen können. Was heißt laufen? Die springen! Die machen Salti! Also – meine nicht. Aber DIE! Ja wirklich!!


Und was ich sowieso extrem bewundernswert finde: Andere Kinder sind viel seltener in der TrotzAutonomiephase. Und wenn überhaupt, ist die nach 2 Tagen vorbei. Quasi wie eine Erkältung. Großartig!! Und die weinen auch nie. Die sind nie schlecht gelaunt. Und außerdem haben die ab dem Tag ihrer Geburt sofort durch geschlafen. Die sind nie wach geworden. Um 19:00 hingelegt, um 9:00 wach geworden. Zack. Dazwischen haben sie sich selbst frisch gewickelt. Ach, was sage ich… Die sind rein! Von Anfang an! Die haben nie nur eine einzige Windel getragen!


Andere Kinder sind auch immer gut gelaunt. Die lachen den ganzen Tag. IMMER! Die gehen immer gerne in den Kindergarten, lieben immer, was ihre Eltern kochen, spielen mit allem, was man ihnen anbietet, haben keine Wünsche oder Anregungen, die sind einfach soo glücklich. Immer. Die weinen nie, die schreien nie. Und wenn sie mal was Süßes wollen, fragen sie nach einem Apfel. Mit Schale, versteht sich.


Oder die etwas älteren Kinder, die immer gerne in die Schule gehen. Die alle Fächer lieben. Und alle Lehrer. Hausaufgaben zu machen ist ihr Hobby! Und in ihrer Freizeit spielen sie nicht nur die 1. Geige bei den Junior-Philharmonikern, nein, sie sind auch noch Prima Ballerina und Torschützenkönig! Die schneiden auf allen Lerngebieten mit Top-Noten ab. Die sind halt auch wirklich interessiert und können auch alles gleich gut: Mathe, Deutsch, Fremdsprachen, Biologie, egal was.


Und dann die Kinder und Jugendlichen, die während ihrer ganzen Schulzeit nicht einen einzigen Dreier oder Vierer gehabt haben. Fünfer sowieso nicht. Eh klar. Nicht im Zeugnis, nicht auf eine Schularbeit oder sonst irgendwo. In keinem Fach. Never. Ever. Woooooow!

[Puh, war ich froh, wie ich endlich an der Uni war. Da konnte man sich die Zeugnisse selbst ausdrucken und die Option „nur bestandene Prüfungen drucken“ auswählen. Das tat ich der Umwelt zuliebe. Das hat sooooo viel Papier gespart! Ich habe Bäume gerettet. Wälder!!!]


Um es in den Worten von Monsieur Trump zu sagen: „It´s the truth!“


Und erst die Mamis! Es scheint, als ob andere Mamis nicht nur extrem sportlich und wunderschön sind, sie können auch noch perfekt kochen (natürlich nur frisch und ausschließlich gesunde Sachen). Da gibt´s kein schnelles Essen aus dem Supermarkt, da wird auch keine Pizza bestellt. Nie. Noch dazu sind die beruflich extrem erfolgreich, das Haus glänzt zu jeder Tages- und Nachtzeit. Und nicht nur das: Sie sind auch noch top gestylt, stets gut gelaunt und haben immer die besten Ideen für Kinder-Nachmittagsbeschäftigungen. Pädagogisch wertvoll versteht sich.




So. Und jetzt ich.




Da fallen mir zunächst folgende, poesi-volle Lyrics ein: „Ich bin eine Mischung, die ist ziemlich lecker: Aus Albert Einstein und Arnold Schwarzenegger. Soweit, so gut. Doch das Dumme ist nur, ich hab´ Schwarzenegger´s Hirn und von Einstein die Figur.“

Danke liebe EAV.


Hätt´ ich wenigstens die Figur von Albert.


Mit der Zeit hat mich das dann schon ein bisschen verunsichert. Deswegen habe ich dann mal meine Mama gefragt, wie das denn bei mir so war. In welchem Alter ich was konnte und wie das bei meinen Brüdern so war. Und meine Mama hat dann gelächelt und gemeint: „Andere Kinder konnten immer alles. Nur meine eigenen Kinder, die konnten das alles nie.“


Mhm, dachte ich mir, muss dann doch was mit Genetik zu tun haben. Meine eigenen Kinder können das nämlich auch alles nicht oder halt erst viel später. Dabei finde ich meine eigenen Kinder so schlau!


Wunderkind?

Johannes Chrysostomus Wolfgang Theophilus Mozart. Auch bekannt als Wolfgang Amadeus Mozart. Ein sogenanntes "Wunderkind". Laut Überlieferung konnte Mozart bereits mit drei Jahren Klavierspielen, mit vier lernte er auch noch Geige. Vermutlich, weil ihm da schon fad war. Sein erstes Stück komponierte er mit neun Jahren, mit elf Jahren seine erste Oper.

Jetzt könnte man sagen: „Gut, der Mozart ist ja nur 35 Jahre alt geworden. Der hat halt schon früh anfangen müssen, damit sich das alles ausgeht.“ Wahrscheinlich ist aber eher, dass er tatsächlich ein Genie war.


Da drängt sich mir die Frage auf: Gibt es tatsächlich so viele Genies in meiner Umgebung? Und gehören wir halt leider nicht dazu?


Mhm.


Was ist also ein Genie?

Ein „Genie“ ist laut Wikipedia* "eine Person mit überragender schöpferischer Geisteskraft („ein genialer Wissenschaftler“, ein „genialer Künstler“); der Begriff kommt aus dem Französischem génie vom lateinischen genius, ursprüngl. „erzeugende Kraft“, auf griechisch γίγνομαι „werden, entstehen“, dann auch „persönlicher Schutzgott“, später „Anlage, Begabung.“


Kinder sind immer geniale Künstler.


Sie sind eine erzeugende Kraft. Sie entstehen, sie werden. Sie sind persönliche Schutzgötter und haben persönliche Schutzgötter, ihre Eltern bzw. Erziehungsberechtigten. Sie haben eine besondere Anlage und Begabung. Jedes Kind. Immer. Nicht in allen Bereichen.

Aber: JEDES Kind. IMMER.


Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass jedes Kind, jeder Erwachsene talentiert ist. Die Frage ist also nicht, „ob“ sondern „worin genau“. Die Kunst ist es daher, herauszufinden, wo genau denn die Talente liegen. Und dabei spreche ich nicht von den Talenten, die wir auf unsere Kinder projizieren oder die wir gerne sehen möchten, weil wir sie toll finden. Ich spreche von den wahren, eigenen, persönlichen, einzigartigen Talenten jedes einzelnen Kindes, jedes einzelnen Erwachsenen.

Der Trick dabei ist nun, sie herauszufinden, sie zu durchleuchten, durchschauen, und zu lernen. Um sie dann auf den Gebieten anzuwenden, die uns sonst nicht so leicht von der Hand gehen.


Und genau DAS mache ich mir bei meiner Arbeit zu Nutze. Gemeinsam versuchen wir zuerst immer herauszufinden, was Spaß macht, was leicht von der Hand geht, was reizt, was anspornt, worin man wenig Aufwand investieren muss und irrsinnig viel damit erreicht, was man extrem gut kann, worin man eben talentiert ist.

Wir suchen, wir durchleuchten, wir schauen, wir übersetzen. Wir übersetzen auf die Bereiche, die nicht so gut funktionieren, die schmerzen, die Probleme und Sorgen bereiten, die uninteressant und anstrengend sind. Im Prinzip sehr simpel. Und trotzdem so erfolgreich.


Was heißt das jetzt?

Sind nun alle anderen in meiner Umgebung überdurchschnittlich intelligent oder begabt?

Selbstverständlich gibt es hochbegabte Menschen. Es gibt Mozarts. Auch in meiner Umgebung. Ich finde das extrem bewundernswert! Gleichzeitig ist es aber meist auch extrem herausfordernd für die betroffenen Menschen, das sollte man nicht außer Acht lassen.


Aber abgesehen davon: Verunsichert es mich manchmal, das andere offenbar begabter sind, schneller sind, besser sind, schlauer sind? Ja!

Ärgert es mich manchmal, wenn mir andere Personen das (ungefragt) so präsent auf den Teller klatschen, vielleicht noch gerade in einer Situation in der mir das eben nicht gelingt? Aber HALLO!

Hinterfrage ich mich dann oft dabei selbst oder meine Erziehungsmethoden oder meine gesellschaftlichen Ansichten? Dauernd!

Vergleiche ich mich und denke mir dann oft: „Wieso krieg ich das nicht hin? Alle anderen können das offenbar besser als ich?!“ JA!


Aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist: Der Großteil von uns ist vermutlich weder überdurchschnittlich intelligent oder außergewöhnlich begabt. Der Großteil von uns hat einfach wahnsinnig stolze Eltern, die gerne der Welt zeigen möchten, wie toll ihre Kinder sind, wie stolz sie auf ihre Kinder sind und wie sehr sie sie lieben.

Im Grunde ein wunderschöner Gedanke...


Ich finde es bewundernswert, wenn man als Eltern der Welt zeigen möchte, wie stolz man auf seine Kinder ist. Noch bewundernswerter finde ich die Eltern, die nicht zögern, es ihren Kinder direkt zu sagen.


Und es versteht sich natürlich von selbst, dass die eigenen Kinder die größten, die schönsten, die schlausten und die süßesten sind.

It´s the truth.

Und genau so soll es sein.


In diesem Sinne,

alles Liebe,

eure Barbara


*https://de.wikipedia.org/wiki/Genie, Stand 02.02.2021 (ihr seht, ich bemühe mich um eine ordentliche Quellenangabe, damit dieser Blogg-Beitrag nicht durch die Plagiatsprüfung fliegt)

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