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Und? Als was gehst du?

Es ist doch so:

Fasching ist immer plötzlich da. Vor Weihnachten hat sowieso das Christkind Vorrang. Dann kommt die nachweihnachtliche Keks-Lethargie und plötzlich schaut man auf den Kalender und sagt sowas, wie: „Fuuuuu….. Nächste Woche ist Faschingsdienstag!!“


„Kiiiiiindeeer“ – hallt es dann durch´s Haus. „Alle Frau herkommen. Wir müssen reden!“ und noch schnell ein „Bitte“ hinterher, damit ich mir nachher nicht anhören muss, dass ich´s doch selbst nicht benutzt hätte.


You never know.


Natürlich bewegt sich zuerst mal nix. Nach dem dritten Mal nachrufen antwortet mir nur die Kleinste. Mit ihren gerade mal 2 Lenzchen (sie war ein Faschingsdienstagsbaby) und 2 Händen voll aktivem Wortschatz entfleucht ihr ein perfektes, akzentfrei entnervtes „JaHaa“. Dabei dreht sie sich nicht einmal um und spielt weiter.


Wäre auch vermutlich zu aufwendig gewesen.

Man weiß ja nie, ob sich´s auszahlt.

Nachvollziehbar.


Der Reihe nach werden also die Kinder befragt, als was sie sich denn verkleiden möchten. Die älteste muss da nicht mehr nachdenken. Wer fleißig mitliest, kann es erraten: Jawoll, sie will eine Superheldin sein. CHECK. Kostüm daheim. Fertig. Next.


Die mittlere überlegt „Mhmm“. „Ich will einmal Feuerwehrfrau werden. Und wenn ich dann groß bin, möchte ich Feuerwehrmann werden.“


What shall I say? Gendern kann sie und queer ist hier eindeutig kein Thema, dass wir noch erörtern müssten.


PROUD.


Cool. Denk ich mir. Weil a) eine rosa Glitzer-Prinzessin weniger und b) die Großeltern ohnehin wissen wollten, was sie der Maus zum Geburtstag schenken sollen. Feuerwehrmannfrau-Kostüm: CHECK.


Die Minimaus sagt dann üblicherweise sowas wie: „I-auuuch.“ Was so viel heißt wie: „Ich auch.“ Wobei ich in dem Moment leider nicht herausfiltern konnte, worauf sich dieses „auch“ jetzt bezieht. Es wird auf jeden Fall ein Pinterest-Projekt, so viel ist klar. Weil: Ich liiieeeebe Faschingskostüme basteln.


Nur, die Großen lassen mich nur mehr bedingt.


Hat mich schon ein bissal in meiner Ehre gekränkt, muss ich sagen.


Ich denk mir: „Wenn euch das ch… Plastikklumpert lieber ist?!“

Meine Mädels denken sich: „Ich versteh die Frage nicht.“


Ich hab dann aber gelernt, drüber zu stehen. Offizielle Version.

Inoffizielle Version: Ich habe begriffen, dass ein Kostüm mindestens zwei Mitternachtseinlagen bedeutet. Und drei Mal zwei Mitternachtseinlagen mindestens 6 Mitternachtseinlagen ergeben.


Ich liebe meinen Schlaf.

Ich brauch meinen Schlaf.


Also: Ch…. Plastikklumpert: Here we gohooo.


Großeltern angerufen. Feuerwehrmannfraukostüm: CHECK.

Das Feuerwehrmannfraukostüm wird selbstverständlich prompt geliefert. Und es wären nicht die Großeltern, wäre es irgendein Feuerwehrmannfraukostüm. Nein, es ist das ULTIMATIVE Feuerwehrmannfraukostüm. Mit Helm, Feuerlöscher, Megaphon, Abzeichen, Spitzhacke UND Brecheisen. Großartiges Geschenk. Sie liebt es. Und so vielseitig einsetzbar… Für die Zukunft dann mal.


Zwei Tage vor dem Tag X verkündet sie mir dann: „Ich geh heuer als Clown.“ „Wie? Als Clown? Du wolltest doch als Feuerwehrmann oder -frau oder beides gehen?!“ „Nein, ich will ein Clown sein.“

„Aber…“

„Nein!“, werde ich da ganz wüst unterbrochen, „KlauHauuun!“.

„I-Auuuch!, hallt es da irgendwo unter der Couch hervor.

„Ich geh als Superheldin!“, versichert mir meine Große.


Die gute Nachricht ist:

Ich darf basteln. Die schlechte: So viele Gelegenheiten für Mitternachtseinlagen hab´ ich nicht mehr. Immerhin ist es zwei Tage vor Punkt Zwölf.


Also werden die Kinder mit etwas (viel) Nachdruck vorzeitig ins Bett gesteckt, damit Mama Zeit zum Basteln hat. Nachdem das Vorzeitig-ins-Bett-bringen natürlich nicht funktioniert hat (so will es das Ich-bin-zu-spät-für-Faschingsdienstags-Kostüm-Gesetz), fabriziere ich bunte Bommel aus Tüll (ich weiß nicht, warum ich mich damals in der Volksschule gefragt habe, warum ich in Handarbeiten einen Bommel wickeln können muss – DIESES Skill ist UNERLÄSSLICH, liebe Kinder!), bunte Tüll-No-Sew-Röcke (ich kann nicht nähen und die Oma bitten, dafür ist einfach keine Zeit mehr) und bestelle noch schnell – prime versteht sich – bunte Hosenträger, Fliegen und gestreifte Strümpfe. Sicherheitshalber in zwei Größen, nur für den Fall, dass die anderen nicht passen.


Es kommt der Tag der Wahrheit. Am Vorabend wird schon alles hektisch vorbereitet. Denn ich weiß: 3 Mädels, 3 Kostüme, 3x schminken, 4 Hände und nur 1 Badezimmer – das wird verdammt eng. Ich bemüh mich. Wirklich sehr. Wonder Woman schminken geht ganz gut. Und nachdem unsere älteste ohnehin nur nach einer (x-beliebigen) Superheldin gefragt hat und es nicht Wonder Woman per se sein muss, ist es recht wurscht, ob der Stern auf der Stirn auch als solcher erkennbar ist, oder auch ein Mond oder eine Herzerl sein könnte.

Ich kann keine Sterne malen. Geht nicht. Ich hab auch schon alle möglichen Methoden ausprobiert. Wird nix. Is so.


Der Kleinsten haben wir meinen super mit Bommel gepimpten Body noch kurz über den Kopf ziehen dürfen, bevor sie fassungslos gerufen hat: „Auszieh!“ Die Bedeutung dieses Wortes kann vermutlich hergeleitet werden. Jetzt ist es so, dass man sich in dem Alter bei Kindern noch kurzfristig ein bissal … naiv… stellen kann, und so tun kann, als hätte man es nicht verstanden. Aaaber – als letztes von drei Kindern hat sie selbstverständlich gelernt, sich laut und klar verständlich zu machen. Wurscht, wie.


Meinen armen Mann habe ich dann noch genötigt, ihr hinterher zu laufen, und es doch nochmal zu versuchen.


Und dann nochmal.


Und dann nochmal.


Immerhin wäre ich stundenlang bei den Bommeln gesessen und hätte mich doch sooo bemüht! Aber Kind will nicht und geht dann – demonstrativ - „Na-eiii“ (=nein) – nur in Strumpfhosen in den Kindergarten.

Mit ein bisschen Fantasie kann man anhand der Palmenfrisur und der Strümpfe erkennen, was es hätte werde können, wenn das Kind gewollt hätte.

Bommelbody, Tüllrock, Hosenträger und Fliege werden selbstverständlich in den Rucksack gepackt. Es könnte ja sein, dass es sich dann – kurz vor Betreten der Gruppe – doch noch anders entscheidet.


Hä.


Die mittlere Maus will als Clown geschminkt werden. Gott sei Dank kann sie Halloween und Fasching noch nicht so gut voneinander unterscheiden. Es ist – wie soll man sagen – nicht ganz so geworden – wie es Pinterest vorgeschlagen hätte. Aber – nachdem Mäuschen im Kindergarten dann kurzfristig sehr aufgelöst war, weil Mama keine Jause eingepackt hat (ICH dachte, Faschingskrapfen fallen in die Kategorie „Jause“), hat dann das Make-Up schlussendlich echt perfekt ausgesehen. Für Halloween.


Als Kind

fand ich Fasching einfach nur großartig. Fantastisch. Aufregend. Spannend. Ur lustig.

Das Wichtigste im Fasching war das örtliche Faschingsfest, und das wichtigste am örtlichen Faschingsfest war das Schwedenbombenwettessen.


Wer´s mal Ausprobieren möchte… ich wäre für eine Challenge zu haben. Aber ich sag euch gleich: Auf der Schwedenbombenwettessen-Wall-of-Fame steht mein Name sehr, SEHR weit oben. Und: Es war eine der wenigen Team-Sportarten, wo ich mir sicher sein konnte, dass ich auch als eine der ersten ins Team gewählt würde.


TSCHACKA.


Als Jugendliche war Fasching dann irgendwie … ungewiss. Cool oder uncool? Je nachdem, was die anderen gerade dazu meinten.


Als (junge) Erwachsene: gewiss. Uncool. Aber sowas von.


Als Mama dann wieder voll großartig. Fantastisch. Aufregend. Spannend. Und a bissal stressig. Zugegeben. Schmink mal 3 Kinder in unter 30min, wobei das kleinste gar nicht will, das mittlere einen Make-Up-Artist bräuchte und das größte in letzter Minute draufkommt: Ich will auch!


Meine erste Familienverkleidung

habe ich vor einigen Jahren zu Halloween gebastelt. Im Ort stand eine richtig, richtig coole Kinder-Halloween-Party an (das war noch v.C. – also vor Covid).


Unsere älteste war damals zwei, die mittlere Tochter gerade mal ein paar Monate alt. Wir gehörten damals also noch nicht zu den besonders Halloween-erfahrenen Eltern UND es ging um unsere (erste) und älteste Tochter, das heißt, alles musste unbedingt noch pädagogisch wertvoll sein. Und zuckerfrei. Versteht sich.


Jedenfalls habe ich gepinterestet und nach Halloween Kostümen für die ganze Familie gesucht. Es war wieder so eine Last-Minute-Aktion und ein selbstverständlich selbst gebasteltes Kostüm musste her. UND: Es musste selbstverständlich pädagogisch wertvoll sein UND durfte auf keinen Fall zu furchteinflößend sein. Damit sich das Kind ja nicht schreckt. UND: Es musste was für die ganze Familie sein. Á lá minute. Versteht sich.

Mein Mann wollte als Ghostbusters gehen und hat schon den ganzen Tag die Titelmelodie einstudiert. Aber ich wusste beim besten Willen nicht, wo ich jetzt auf die Schnelle vier braune Jumpsuits in diversen Größen herzaubern sollte und unser Baby in einen Slimey verwandeln.


Ich habe mich verzweifelt durch die Seiten von Pinterest gescrollt und dann – endlich – auf einer klassisch amerikanischen Halloween Family-Manager-Mutter-und-Bloggerin-Seite (ähhhh….) den perfekten Kostüm-Vorschlag gefunden: ALICE IM WUNDERLAND.


That´s it! Kann ich selber schnitzen, ist für jeden was dabei, Fantasy – aber nicht furchteinflößend – und pädagogisch wertvoll. Großartig. Ich also in nur einer einzigen Mitternachtseinlage gebastelt, was das Zeug hält und aus meinem Mann einen Hutmacher, meiner großen Tochter eine Alice, aus der mittleren Tochter die Grinsekatze und aus mir selbst den Benny Bunny gezaubert (dem „echten“ Leben nicht so fremd: Im Dauer-Laufschritt im Zickzackkurs laut rufend: „Ich bin zu spät, ich bin zu spät!“ #livingontheedge – sag ich da nur). Damals waren wir noch zu viert.


Jedenfalls tauchen wir – es war bereits finster – endlich auf der Halloweenparty auf - und stehen die ersten Minuten als Neuankömmlinge noch ein bisschen verloren in der Gegend herum, unweit einer Gruppe von mehreren Feuerwehrmännern, die sich gerade in Stellung brachten. Echte Feuerwehrmänner. Also schon „verkleidet“, aber nicht zu Halloween-Zwecken, sondern als Sicherheitsmaßnahme für das anstehende Feuerwerk und die Feuerstellen und Co.


Ich hab´ mich noch nicht so gut akklimatisiert – meine Augen mussten sich erst an die Finsternis gewöhnen – aber meine Ohren, die waren schon angekommen, als ich höre, wie sich zwei Kameraden unterhalten und der eine den anderen etwas ratlos anrempelt und frägt: „Du. Wos mocht´n der Hos do?“


An dieser Stelle habe ich schmerzvoll erkennen müssen, dass meine Wahlheimat noch nicht für US amerikanische Halloween-Family-Manager-Mutter-und-Bloggerin-Kostümideen bereit war.


Jahrs darauf wollte mein Mann wieder als Ghostbusters gehen. Mangels Zeit (plötzlich war Halloween) waren meine Kinder ein furchtbar furchteinflößendes Schlossgespenst und eine schrecklich gefährliche Feuerqualle (ich blieb lieber unverkleidet). Zugegeben – noch immer kein blutrünstiger Vampir und ein halbverwester Zombi – aber he – ich LERNE!


Spätestens mit Kind 3 habe ich dann schmerzvoll gelernt, dass pädagogisch wertvoll nicht immer oberste Priorität haben muss und zuckerfrei eine sehr bewundernswerte Idee... bleibt. (Das dritte Wort meiner jüngsten Tochter nach Mama und Papa war „Schoko“).


Gestern,

als dann – nach dezent hektischen 90minuten - schlussendlich eine Superheldin, ein Clown und ein ungeschminkte, unkostümiertes, nur mit den Basic bekleidetes (Body und gestreifte Strumpfhose – dann war Schluss) Kleinkind (es hätte auch ein Clown werden sollen), das Haus verlassen haben, nachdem wir unser Abschieds-Zeremoniell vollzogen hatten (eine: „Tschüss“, eine: „Düss“, eine: „Mamaaa, ich hab noch kein Bussi bekommen!!!“ – obwohl es schon das Dritte war), mich im Schminke-Frühstücks-Faschings-Accessoires-Chaos zurückgelassen haben, und ich ihnen beim Hinausgehen nachgeschaut habe und mich in einem Moment der mütterlichen Liebe, nostalgischen Gerührtheit und elterlichem Stolz wiedergefunden habe, habe ich darüber nachgedacht, warum sich Kinder (oder auch manche Erwachsene) so gerne verkleiden und auch warum sich Kinder ein ganz bestimmtes Kostüm aussuchen.


Und ich glaube, es hat damit zu tun, dass wir für einen Moment die sein dürfen, die wir – vielleicht insgeheim - in unseren Träumen gerne wären. Für ein paar Augenblicke aus der eigenen Rolle aussteigen und in eine andere Rolle schlüpfen. Alle Verantwortung der „echten“ eigenen Rolle für ein paar kurze Momente ablegen, alle damit verbundenen Verpflichtungen für ein paar Augenblicke abgeben. Und – in diesem Moment - etwas zu sein, was wir ganz toll oder faszinierend finden.


Manchmal, glaube ich, schlüpfen wir in etwas, dass wir mal gerne wären, in etwas, das wir vielleicht als Idol beschreiben würden. Also etwas, das wir bewundern, dem wir nacheifern. Und manchmal, da stellt sich weniger die Frage „als was gehst du?“, sondern manchmal, da habe ich den Eindruck, die eigentliche Frage auf die bereits gegebene Antwort (nämlich das gewählte Kostüm) wäre: „Was willst du einmal werden, wenn du groß bist?“.


Gut. Je länger ich über diese Theorie nachgedacht habe, umso eher sind mir auch Bespiele eingefallen, die meine Forschungsfrage jetzt nicht verifizieren würden. In meiner Kindheit, zum Beispiel, gab es mal einen Burschen, der ist einmal als Obdachloser und einmal als Trinker gegangen.

Das ging damals noch. Da war das mit der political correctness noch nicht so ein Thema.

Heute ist er Psychotherapeut.


Jedenfalls habe ich mir dann meine Mädels angesehen und mir dieselben Fragen gestellt. Die große wollte unbedingt eine Superheldin sein. Will. Schon seit eher. Ist quasi ein Berufswunsch. Und es passt perfekt zu ihr. Sie ist groß und stark, sie ist selbstbewusst und ehrlich, immer hilfsbereit und verlässlich und kümmert sich um das Befinden der anderen (liegt wohl auch ein bisschen am Los der Erstgeborenen). Sie ist irrsinnig schlau, für alles und alle offen und liiiiieeeeebt das Abenteuer.


Die mittlere Maus: Ein Clown. Aber nicht irgendein Clown. Ein schicker Clown. Sie ist irgendwie die Künstlerin in unserer Familie. Wenn sie sich bewegt, hat man das Gefühl, sie tanzt. Sie liebt es zu singen und kann jede Melodie (die ihr gefällt), in kürzester Zeit textsicher nachsingen. Sie kann Situationen irrsinnig gut wahrnehmen und beschreiben. Ich würde sogar behaupten, sie hat einen sehr hohen EQ (emotionaler Intelligenzquotient). Sie liebt Geschichten und schlüpft gern selbst in andere Rollen. Jedes ihrer gebastelten Werke wird mit Stolz präsentiert und im Detail erörtert. Wenn sie etwas Neues gelernt hat, kommt nach dem „Guck, Mammmaaa!“ eine ganz spezielle, selbst einstudierte unnachahmbare Verbeugung.


Die kleinste: Ein Ich-bin-Ich. Ich wollte aus ihr einen Clown machen, sie wollte sie selbst bleiben. Die selbstbewusstes 2-jährige Plaudermaus, die ich kenne. Ein Sonnenschein, immer gut gelaunt, für jeden Spaß zu haben, weiß aber ganz genau, was sie will – und was sie nicht will. Sie macht ihr eigenes Ding, und wenn sie Unterstützung braucht, fordert sie sie solange ein, bis sie sie bekommt. Sie liebt Menschen. Sie liebt ihre Familie, besonders ihre Schwestern, mit ihrer Lieblingscousine geht sie Hand in Hand spazieren und wenn sie in den Kindergarten gehen darf, verabschiedet sie sich mit einem schnellen „Düss“, schnappt ihre Jausenbox und Trinkflasche und zischt zu den anderen ins Gewühl.


Ich kann euch gar nicht sagen,

wie gespannt ich darauf bin, was meine Kinder „einmal werden“ wollen, wo es sie beruflich einmal hinzieht. Und dabei wünsche ich mir immer, dass ICH es schaffe, mich bei ihren Berufs- und Bildungsentscheidungen immer insofern rauszuhalten, als dass sie selbst ihren eigenen Wünschen, Träumen und Talenten nachkommen können und ich ihnen nicht - bewusst - oder unbewusst - meine eigenen Wünsche und Träume überstülpe. Und sollte es doch einmal passieren (und ich bin mir sicher, es WIRD passieren), sie gelernt haben, mir zu zeigen - und sie auch die die Sicherheit haben, sich sagen zu trauen, dass sie ein Ich-bin-Ich sind.


Und auch, wenn wir Eltern natürlich nicht alle Entscheidungen unseren Kindern überlassen können und sollen, und auch, wenn wir Eltern für unsere Kinder immer nur das beste wollen und mit unserem eigene Vorwissen oder sogar Wissensvorsprung glauben, zu wissen, was das Beste für unsere Kinder sein könnte, so sollten wir auch nie vergessen, hinzusehen, was unsere Kinder so besonders macht. Was sie ganz besonders können, weil sie es ganz besonders lieben.


Würde ich eine Definition von Talent suchen, wäre es genau die: Talent ist etwas, das einen besonders auszeichnet, weil man es besonders kann und es besonders liebt.


Und das ist etwas, das ich in jedem Kind, mit dem ich arbeite, suche und finde und es mir in der gemeinsamen Arbeit zu nütze mache. Das, finde ich, ist mein besonderes Talent. Und darauf bin ich – schon auch – ein bissal stolz.


Eines ist jedenfalls fix:

Wenn ich einmal groß bin, will ich die World-Championships im Schwedenbombenwettessen gewinnen.


So soll es sein.


In diesem Sinne,


alles Liebe,

eure Barbara

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